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VDZ: Verhaltener Saisonstart trotz guter Wetterbedingungen
Der Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) zieht zur Eurobike 2025 eine gemischte Bilanz der ersten Monate dieses Jahres. Trotz guter Wetterbedingungen sei der Saisonstart im deutschen Fahrradhandel verhalten gelaufen, geprägt von Streichpreisen und Kaufzurückhaltung. Für das Gesamtjahr erwartet der VDZ ein leichtes Umsatzminus. 
VDZ-Logo.
Zwar hätten die Fahrradhändler in Deutschland die Überbestände in ihren Warenlagern teilweise abgebaut, indem sie zurückhaltender geordert haben. Allerdings habe der Abbau nicht den erhofften Umfang erreicht. Nach Stückzahlen wurde im ersten Jahresdrittel 2025 auf relativ stabilem Niveau im Vergleich mit dem Vorjahr verkauft. Doch oftmals mit stark rabattierten Preisen, so dass die Umsätze sanken und ein weiterer Rückgang des Rohertrags zu befürchten sei, erklärt der VDZ.
Auch die politische Lage mit vielen Krisenherden weltweit sei in der Fahrradbranche spürbar: Fachhändler berichteten von kritischen Kunden und Kaufzurückhaltung besonders im gehobenen Preissegment. Dem Leasinggeschäft machten konjunkturelle Unsicherheiten im deutschen Mittelstand und in der Industrie zu schaffen.
Trotz voller Lager gibt es aber auch schon wieder Engpässe in der Warenversorgung bei stark nachgefragten Produkten. Betroffen seien Gravelbikes und bestimmte Sondermodelle sowie einzelne Marken, so der VDZ.
Der VDZ sieht, dass das Thema Marketing wieder Bedeutung gewinnt:  angefangen bei der digitalen Sichtbarkeit bis zur Printwerbung. Der gesamte Verkaufsprozess im stationären Handel, von der Beratung bis zum Abschluss. müsse wieder stärker in den Fokus gestellt werden. Zudem seien betriebswirtschaftliche und Controlling-Kompetenzen für den Fahrradhandel aktuell essenziell.

Service als Erfolgsfaktor

In den Werkstätten erwartet der VDZ auch für 2025 gute Auslastung – vor allem, weil in den vergangenen Jahren sehr viele E-Bikes verkauft wurden.
Service und Werkstattleistung seien im Fahrradhandel ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, der das Unternehmen als Marke stärkt, die Kundenzufriedenheit erhöht und den Umsatz nachhaltig fördert.
Kompetenter Service und Reparatur im Fahrradhandel entscheiden über Kundenzufriedenheit, langfristige Kundenbindung und den Erfolg eines Fahrradgeschäfts, denn sie sorgen dafür, dass Kunden ihre Fahrräder in einem optimalen Zustand halten können und sich gut betreut fühlen.
Gerade bei E-Bikes gewinne die Werkstattleistung noch mehr an Bedeutung: Wegen der komplexeren Technik braucht es spezielle Kenntnisse und Geräte und es lässt sich das Vertrauen der Kunden gewinnen, was besonders wertvoll ist, wenn sie dadurch regelmäßig für Inspektionen die Werkstatt wieder aufsuchen. Der Fachhandel sollte dem VDZ zufolge Inspektionen und Wartungen keinesfalls unterschätzen und entsprechend qualitativ hochwertig ausführen, dokumentieren und berechnen.

Dienstradleasing mit Licht und Schatten

Nach wie vor spiele das Dienstradleasing eine bedeutende Rolle für den Fahrradmarkt. Die steuerlichen Vorteile motivierten Menschen sich für ein Fahrrad oder E-Bike zu entscheiden, was den Absatzmarkt vergrößere, die Akzeptanz und Verbreitung nachhaltiger Mobilitätslösungen im Alltag fördere und Innovationen und Infrastrukturausbau voranbringe.
Allerdings wirke sich seit Herbst 2024 die konjunkturelle Eintrübung auf das Dienstradleasing aus. Gebühren und Abgaben an die Leasingagenturen sowie den administrative Aufwand für Verkauf und Werkstatt schätzt der VDZ als nachteilig ein. Bei einigen Leasinganbietern würden jedoch die Kosten für qualifizierte Werkstätten durch Zuschussleistungen für Inspektionen abgefedert.

Jahresprognose 2025 leicht rückläufig

Für das gesamte Jahr 2025 erwartete der VDZ leicht rückläufige Umsätze, aber ein Umsatzniveau, das immer noch deutlich über dem vor Corona liegt. Als Umsatzbringer Nummer eins macht der VDZ nach wie vor die E-Bikes aus.

Statistische Daten 2024

(Quelle: Marktdaten VDZ 2024 / ZIV, teilweise aktualisiert):
  • Bestand Fahrräder in Deutschland: 88,7 Millionen Stück
  • Davon E-Bikes: 15,7 Millionen Stück
  • Jährlicher Umsatz mit Fahrrädern inkl. E-Bikes: 6,3 Milliarden Euro
  • Gesamtumsatz Fahrradbranche: 8,6 Milliarden Euro
  • Marktanteil Fachhandel am Fahrradverkauf in Stück: 90 Prozent
  • Umsatzanteil E-Bikes in Stück: 53 Prozent, in Euro: 69 Prozent
  • Durchschnittserlös im Fachhandel (Brutto inkl. MwSt. Fachhandel Schätzung):
    •  je Fahrrad 700 Euro
    • je E-Bike 3.350 Euro
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