Die neue Produktionslinie in Frankreich ermöglicht es Vok Bikes, die Produktion seiner Schwerlasten-Räder näher an wichtige westeuropäische Märkte wie Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Region zu verlagern. Zudem will man nicht nur Vorlaufzeiten verkürzen, sondern auch die Transportemissionen senken und den Einsatz für schnell wachsende Lieferflotten in EU-Metropolen wie Amsterdam, Brüssel, London, Paris, Rom etc. beschleunigen.
Mit seinen vierrädrigen Schwerlasten-Rädern hat Vok Bikes eine neue Fahrzeugkategorie geschaffen. Die von Grund auf für den gewerblichen Einsatz entwickelten E-Schwerlasten-Fahrzeuge bieten laut Eigenangaben Automobil-Qualität, Stabilität, Langlebigkeit und einen großen Laderaum. Somit sind sie eine zuverlässige und skalierbare Alternative für die sogenannte letzte Transportmeile großer Kurier- und Logistikunternehmen sowie einer immer größer werdenden Zahl kleiner Unternehmen wie beispielsweise Bäckereien, Reinigungsdienste, Gärtner, Handwerker etc.
Renault-Transformation Richtung neuer Mobilitäts-Lösungen
Laut Vok Bikes-Mitbegründer und -CEO Indrek Petjärv markiert die Zusammenarbeit mit der von Renault Group im Zuge ihrer Transformation Ende 2020 eröffneten Refactory einen Wendepunkt für den städtischen Pendlerverkehr: »Durch die Kombination der Agilität und Innovationsgeschwindigkeit eines Start-ups mit den Fertigungs- und Skalierungskapazitäten der Automobil-Industrie sind wir in der stärksten Position auf dem Markt, um Lastenfahrräder weltweit der breiten Masse zugänglich zu machen.«
»Diese Vereinbarung mit Vok Bikes passt perfekt zu unserem Wunsch, Start-ups im Bereich neuer Mobilitätslösungen zu unterstützen, indem wir ihnen Zugang zu unseren Industrieanlagen gewähren und ihnen unser Know-how in der Großserien-Fertigung zur Verfügung stellen«, erklärt Refactory-Direktor Stéphane Radut.
Patentiertes Antriebssystem
Vok Bikes wurde 2019 von dem dahinter stehenden Unternehmen Optigon OÜ in Tallinn aus der Taufe gehoben und ist bereits in 14 Ländern über ein wachsende Netzwerk von mehr als 50 Fachhändlern im Markt. Um die Fahrqualität ihrer vierrädrigen Lastenräder zu erhöhen haben sich die Esten sogar ihr firmeneigenes »4Drive«-Antriebssystem patentieren lassen. Mit Refactory im Rücken wird nicht nur die Serienproduktion von Vok Bikes, sondern auch das Vertriebs-Netzwerk einige Gänge hochschalten.
Weiterer Investoren-Einstieg
Auf die Beine gestellt wurde das Ganze mit Hilfe einer 2023 eingesammelten Finanzspritze von 3,8 Millionen Euro und einem von Enterprise Estonia erhalten Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro. Im Juli 2025 folgte dann auch noch im Zuge einer Serie-A-Finanzierungsrunde – angeführt von der Risikokapital-Gesellschaft SQM Lithium Ventures – eine weitere Investitionssumme in Höhe von 6 Millionen USD (5,1 Millionen Euro). An dieser Runde beteiligten sich auch die bestehenden Investoren Metaplanet, Specialist VC, Sunly und SmartCap.
Text: Jo Beckendorff




