Hintergrund der Initiative sind die massiven Marktverschiebungen der vergangenen Jahre: Nachfrageboom, Lieferengpässe und anschließend übervolle Lager hatten vielerorts frühere Handschlag-Absprachen überfordert. Der Leitfaden greift zentrale zivilrechtliche Grundlagen auf und übersetzt sie in alltagstaugliche Abläufe – von der transparenten Bestellung über klare Terminabsprachen bis hin zu praktikablen Regeln für Umgang mit Verzug oder Gewährleistung.
VSF-Geschäftsführer Uwe Wöll erklärt: „Wir wollen damit Auseinandersetzungen vermeiden, bevor sie entstehen. Der Leitfaden ist bewusst als Grundlage für Vertragssituationen mit Lieferanten gedacht und darf im gemeinsamen Austausch gerne weiterwachsen.“
ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork betont die Bedeutung verlässlicher Prozesse für beide Seiten: „Zuverlässigkeit und Flexibilität schließen sich nicht aus. Der Leitfaden zeigt, wie Liefertermine, Nachfristen und Gewährleistung so geregelt werden können, dass beide Partner auf Augenhöhe agieren.“
Mehr Planungssicherheit – ohne Bürokratieblockade
Ein zentraler Punkt des Papiers: klare Lieferankündigungen, dokumentierte Änderungen und eine saubere Rollenverteilung in der Gewährleistung. Ziel ist, Prozesse planbarer zu machen, ohne pragmatische Lösungen im Tagesgeschäft auszubremsen. Beide Verbände betonen ausdrücklich, dass es sich nicht um ein juristisches Dokument handelt, sondern um eine Gesprächsgrundlage, die Hersteller und Handel zu einer gemeinsam getragenen Praxis anregen soll.
Der Leitfaden entstand im Frühjahr im Rahmen eines Workshops in Kassel, an dem VSF-, Bico- und ZIV-Mitglieder sowie weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Fachhandel beteiligt waren. Ab dem 24. November 2025 steht das Dokument auf den Webseiten der Verbände zum Download bereit.
