Im Einzelhandel stellt das Warenlager in der Regel einen der größten Werte in der Bilanz dar und deshalb ist ein realistischer Wertansatz der Warenbestände aus handelsrechtlicher und steuerlicher Sicht unumgänglich, betont der VDZ. Die Warenlagerbewertung wird natürlich auch oft Diskussionsgegenstand bei Finanzamtsprüfungen. Marktübliche und branchenspezifische Bewertungen wie die vorliegende Umfrage helfen dem Einzelhandel bei der Argumentation gegenüber dem Fiskus.
Wie der VDZ mitteilt, kann die Bewertung des Warenlagers nicht allein auf dem Einkaufswert basieren. Entscheidend ist der fiktive Marktwert – also jener Preis, den ein Käufer für das komplette Lager ansetzen würde. Vor allem technische Weiterentwicklungen, insbesondere im Bereich E-Bikes führen dazu, dass ältere Jahrgänge deutlich an Wert verlieren. Auch Bekledung ist durch den Wechsel der Mode von hohen Abschlägen betroffen, wie die Tabelle zeigt:
| Durchschnittliche Teilwertabschläge in % der Einkaufswerte | |||||
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2021 und älter |
2022 |
2023 |
2024 |
Durchschnitt |
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| 52,1 | 40,1 | 29,2 | 15,4 | 34,2 | |
| 55,6 | 42,1 | 30,0 | 18,9 | 36,6 | |
| 45,4 | 38,7 | 33,7 | 17,5 | 33,8 | |
| 23,5 | 18,5 | 13,2 | 8,5 | 15,9 | |
| 24,0 | 16,9 | 12,9 | 9,0 | 15,7 | |
| 40,8 | 31,0 | 22,4 | 12,3 | 26,6 | |
Praktikable Gruppenbewertung empfohlen
Da eine Einzelbewertung aller Artikel aufgrund des Aufwands in der Praxis kaum realisierbar ist, empfiehlt der VDZ eine Gruppenbewertung – differenziert nach Warengruppen und Alter. Diese Vorgehensweise ist laut VDZ nicht nur handels- und steuerrechtlich relevant, sondern auch bei Betriebsprüfungen von Vorteil. Zudem kann sie als Bewertungsgrundlage bei Betriebsübernahmen, etwa im Rahmen der Nachfolge, hilfreich sein.
Der VDZ bedankt sich bei allen teilnehmenden Fachhändlern und stellt die Ergebnisse den Mitgliedern exklusiv zur Verfügung. Die Werte sollen als Orientierung dienen, ersetzen aber keine individuelle Prüfung oder steuerliche Beratung.
