Die vorläufige Zahlungsaussetzung wurde dem Unternehmen laut Pressemitteilung den niederländischen Gesellschaften »nach einer umfassenden Prüfung aller möglichen Alternativen« gewährt. Nachdem alle verfügbaren Optionen ausgeschöpft wurden, sei der Gruppen-Vorstand zu dem Schluss gekommen, dass »das Unternehmen nicht mehr in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen bei Fälligkeit nachzukommen, und dass die Einleitung lokaler Insolvenzverfahren für die betreffenden Tochtergesellschaften der Gruppe der notwendige nächste Schritt ist.«
Dazu Accell Group-CEO Jonas Nilsson: »Angesichts all der harten Arbeit und all dessen, was wir mit der Unterstützung von Aktionären und Kreditgebern zur Umstrukturierung des Betriebs und der Finanzen von Accell erreicht haben, ist dies eine zutiefst traurige und frustrierende Situation. Es ist ein besonders schwieriger Moment für unsere Mitarbeiter, Gläubiger, Kunden, Lieferanten und Partner. Jede realistische Option für die Zukunft des Unternehmens wurde unermüdlich geprüft, und keine davon hat zu einer Lösung geführt, mit der die Gruppe in ihrer derzeitigen Form fortgeführt werden könnte. Unser unmittelbarer Fokus liegt darauf, einen geordneten Prozess zu unterstützen, wo immer möglich Klarheit zu schaffen und mit den zuständigen, gerichtlich bestellten Insolvenzverwaltern zusammenzuarbeiten, um tragfähige Geschäftsbereiche und Arbeitsplätze zu erhalten, sofern die Umstände dies zulassen.«
Rückblick
Im Februar 2026 hatte Accell Group nach einer grundlegenden operativen Umstrukturierung eine Vereinbarung mit seinen Aktionären und Kreditgebern über zusätzliche Finanzmittel und einen erheblichen Schuldenabbau getroffen. Im Rahmen dieser Vereinbarung ging das Eigentum an dem Anbieter auf die Kreditgeber über. Dies war nicht als langfristige Eigentümerstruktur vorgesehen.
Seitdem haben Accell Group und ihre Berater alle möglichen Wege für die Zukunft der Gruppe ausgelotet, darunter Gespräche mit mehreren Interessenten, die Prüfung zahlreicher Angebote und die Einholung behördlicher Genehmigungen für eine mögliche Fusion.
So ist man letztendlich wohl auch mit der Dutech Group in Kontakt gekommen. Alles schien perfekt. Ob dieser Deal trotz allem oder doch nicht zustande kommt, scheint offen. O-Ton aus Heerenveen: »Die Gruppe wird weitere Informationen bekannt geben, sobald diese vorliegen.«
Text: Jo Beckendorff


