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ZF Group hat Vertrieb seines Geschäfts-Bereichs Micro Mobility eingestellt
Auf der Eurobike 2024 stellte der Technologiekonzern und Automobil-Zulieferer ZF Friedrichshafen AG (alias ZF Group) sein allererstes 48 Volt E-Bike-Antriebssystem vor. Mit dem ZF Bike Eco System »Centrix« stellten die Friedrichshafener ein offenes System mit Schnittstellen und Integrationsmöglichkeiten für Drittanbieter vor. Anfang 2025 surrten allererste Antriebskomponenten des Systems (Motor, Batterien, Bedieneinheiten, App sowie Cloud-Anbindung) - verbaut an einem E-MTB-Fully des Bikeanbieters Raymon Bicycles - erstmals in den Markt. Jetzt hat ZF Group ihre Vertriebsaktivitäten im Bereich E-Bike eingestellt.
Foto: ZF Group

Begründet wird dieser Schritt mit der angespannten Lage auf dem europäischen E-Bike-Markt. »Derzeit prüfen wir, wie unsere E-Bike-Aktivitäten fortgesetzt werden können«, heißt es dazu auf RadMarkt-Nachfrage kurz und bündig aus der ZF-Zentrale.
Getroffene Restrukturierungs-Entscheidung
Dass der Riese vom Bodensee wie alle anderen Automobil-Zulieferer derzeit auch im Zuge einer Neuausrichtung auf Restrukturierungspfaden fährt, ist verständlich. Laut bereits veröffentlichter vorläufiger Geschäftszahlen 2025 scheint die laufende Restrukturierung »zur Verbesserung der operativen Performance und zur Neuausrichtung der ZF« schon erste Erfolge einzufahren. Der Schuldenstand konnte spürbar reduziert werden.
Das gelang unter anderen nicht nur durch die Lösung von Altlasten, sondern laut Unternehmensangaben auch durch die vorzeitige Beendigung nicht profitabler Projekte.
»Die gesteigerte operative Performance und der schneller als geplant reduzierte Schuldenstand geben Anlass zur Zuversicht«, erklärt ZF-Vorstandsvorsitzende Mathias Miedreich. Und weiter: »Unsere Maßnahmen zur Neuausrichtung von ZF greifen. Das ist jedoch kein Grund für Selbstzufriedenheit, sondern ein wichtiger Zwischenschritt und Ansporn, unseren Kurs konsequent fortzusetzen. Dieser Weg bergauf braucht auch weiterhin unsere volle Kraft und Konzentration.«
»Die Sonderbelastung im Bereich der E-Mobilität führt zwar zu einem buchhalterischen Verlust für das Jahr 2025, befreit uns aber von Altlasten und ist die Grundlage für neue Handlungsspielräume und nachhaltig verbesserte Profitabilität in den kommenden Jahren«, ergänzt ZF-Finanzvorstand Michael Frick.
E-Auto Mobility ja, E-Micro Mobility auf dem Prüfstand
Was den Friedrichshafenern mit Blick auf das Thema E-Mobilität wichtig ist klarzustellen: die für den Sektor Mikromobilität getroffenen Maßnahmen betreffen nicht das Thema Auto E-Mobilität. Da bleibe man dran.
Was den Ravensburger Ableger ZF Micro Mobility GmbH betrifft hätte die Vertriebseinstellung zu einer Teamreduzierung geführt. Ob und wie es überhaupt mit der E-Bike Antriebseinheit »Centrix« weitergehen wird, steht derzeit auf dem Prüfstand. 2026 werden jedenfalls keine neuen Modelle mit dem ZF-Antriebssystem in den Markt surren. Gerüchten zufolge sind die Friedrichshafener sowohl für die (Centrix-)Patente als auch für die Montagelinie auf der Suche nach einem Käufer.

Text: Jo Beckendorff

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