„Ein Elektrofahrrad unterstützt nur, wenn getreten wird, und bleibt damit Teil der aktiven Mobilität. Genau dieses Prinzip hat den Erfolg ermöglicht – und das wollen wir auch in Zukunft bewahren“, erklärt ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork.
Breite Zustimmung aus der Branche
Die Position wurde in einer Task-Force mit Mitgliedsunternehmen erarbeitet und in den vergangenen Wochen erneut intensiv diskutiert. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Eine überwältigende Mehrheit der beteiligten Firmen sprach sich für die vorgeschlagenen technischen Parameter aus und erteilte dem Verband ein klares Mandat. Beteiligt waren sowohl Antriebshersteller als auch Produzenten kompletter Fahrzeuge. „Einige Abstimmungen waren einstimmig, andere Mehrheitsbeschlüsse mit über 80 Prozent Zustimmung“, so Stork. Einstimmig habe man zudem bekräftigt, dass Elektrofahrräder im technischen und rechtlichen Sinn Fahrräder bleiben müssen.
Klare Leitplanken statt Grauzonen
Immer wieder war von verschiedenen Seiten kritisiert worden, dass die Vorgabe technischer Parameter wie Unterstützungsleistung oder Gesamtgewicht Innovationen einschränken könnten. Hier widerspricht der ZIV: Über 95 Prozent aller verkauften EPACs lägen ohnehin unterhalb der vorgeschlagenen Maximalwerte. Fahrzeuge über 300 Kilogramm Gesamtgewicht hätten hingegen „objektiv andere fahrdynamische Eigenschaften“ und könnten nicht als klassische Fahrräder gelten.
„Unser Ziel ist nicht, Innovationen zu bremsen, sondern sicherzustellen, dass das EPAC auch künftig ohne Kennzeichen- oder Führerscheinpflicht nutzbar bleibt“, betont Tim Salatzki, Leiter Technik und Normung beim ZIV. Die vorgeschlagenen Parameter spiegelten den Status quo wider und schafften Rechtssicherheit für alle Akteure.
Spezialfahrzeuge brauchen eigene Regeln
Der Verband plädiert dafür, professionelle Lastenräder oder Inklusionsfahrzeuge als eigene Kategorien zu definieren, anstatt sie unter das EPAC-Regelwerk zu fassen. Nur so lasse sich die langfristige Akzeptanz bei Politik, Behörden und Öffentlichkeit sichern.
Innovation jenseits von Wattzahlen
Stork betont, dass Innovation im EPAC-Sektor nicht mehr in der Frage zusätzlicher Leistung liege, sondern in Bereichen wie Effizienz, Barrierefreiheit, digitaler Vernetzung oder Wartungsintelligenz. „Wir zweifeln an dem Credo, dass mehr Leistung automatisch auch mehr Fortschritt bringt. Entscheidend sind klare Kategorien, um Akzeptanz und Sicherheit dauerhaft zu erhalten.“ Das ZIV-Positionspapier ist unter dem folgenden Link abrufbar:
http://www.ziv-zweirad.de/ziv-position-e-bike-aktive-mobilitaet-als-erfolgsfaktor/


