Zukunft Fahrrad fordert für Dienstrad-Leasing gemeinsame Best Practices
Der aktuelle Disput zwischen Dienstrad-Leasinganbietern und dem mit ihnen zusammenarbeitenden Fahrrad-Fachhandel ruft den Fahrrad-Wirtschaftsverband Zukunft Fahrrad e.V. mit der Aufforderung auf den Plan, das nach einem Jahrzehnt mit beispiellosem Wachstum nun erstmals mit stagnierenden Leasingzahlen konfrontierte Thema Dienstrad-Leasing jetzt nicht mit weiteren Hürden zu belasten.

Weiteres Wachstum ist durchaus möglich – wird allerdings laut Zukunft Fahrrad aber mit mehr Aufwand als in den ersten zehn Jahren verbunden sein. Nun gelte es, das Leasing mit allem Marktakteuren gemeinsam nachhaltig zu gestalten.
»Das Dienstrad-Leasing ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte und ein wesentlicher Wachstumstreiber im Fahrradmarkt, insbesondere im Segment der höherpreisigen E-Bikes«, erklärt Zukunft Fahrrad-Geschäftsführer Wasilis von Rauch, »ohne Leasing wären die Herausforderungen der letzten Jahre deutlich schwerwiegender ausgefallen, das Angebot für Pendler:innen bringt Stabilität in die ganze Branche. Studien zeigen, dass eine Verdopplung des Marktes in den kommenden Jahren möglich ist. Allerdings wird dieses Wachstum mit mehr Aufwand als in den ersten zehn Jahren verbunden sein, den die Marktakteure gemeinsam gestalten müssen.«
Fakt ist, dass die aktuelle Komplexität mit zahlreichen Anbietern, diversen Versicherungspaketen und unterschiedlichen Digitalisierungsgraden zu teilweise aufwendigen und teuren Prozessen führt. »Wir wollen Best Practices und mögliche Vereinfachungen erarbeiten und führen dazu zahlreiche Gespräche mit Entscheider:innen der Branche«, betont von Rauch.
Dienstrad-Leasing mitnichten ein Selbstläufer
In diesem Zusammenhang macht Wasilis von Rauch deutlich, dass die Bedeutung der politischen Arbeit in Berlin nicht zu unterschätzen sei: »Das Dienstrad-Leasing muss im Einkommensteuergesetz festgeschrieben werden, um langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. Dafür setzen wir uns nachdrücklich ein. Das derzeitige Modell und die steuerliche Vergünstigung sind keine Selbstverständlichkeit.«
Bundespolitisch dürfte die Arbeit in der kommenden Legislatur zumindest nicht einfacher werden: »Ein vertrauensvoller Austausch mit Parlamentariern, Ministerien, Gewerkschaften und anderen Verbänden muss auch in Zukunft intensiv gepflegt werden, um das Dienstrad-Leasing nachhaltig abzusichern und potenzielle Risiken – wie in der Vergangenheit geschehen – frühzeitig zu erkennen und zu adressieren. Natürlich bieten sich uns auch immer Chancen.«
Schließlich sei der Mehrwert, den das Dienstrad-Leasing für Unternehmen und Arbeitnehmende sowie gesamtgesellschaftlich bietet, unbestritten. Außerdem ist das Leasing für die derzeit immer noch strauchelnde Fahrradwirtschaft unverzichtbar.
Was optimistisch in die Zukunft blicken läßt: »Eine Studie zum Leasingmarkt von Zukunft Fahrrad und Deloitte, die erstmals das wirtschaftliche Gewicht und das Wachstumspotenzial des Erfolgsmodells beziffert hat, sowie weitere Studien etwa des Transportation Think Tank T3, zeigen den für politische Entscheider:innen wesentlichen volkswirtschaftlichen Nutzen des Leasings.«

Text: Jo Beckendorff/Zukunft Fahrrad

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