Peloton: erst Führungswechsel, dann Quartalszahlen
Am Morgen des 2. Mai – dem Tag, an dem die interaktive Indoor-Sportplattform Peloton Interactive Inc. die Ergebnisse ihres von Januar bis März laufenden dritten Quartals und die der ersten neun Monate ihres Geschäftsjahres 2023/2024 verkündete –, gaben die US-Amerikaner noch schnell einen Führungswechsel bekannt.
Foto: Peloton
V.l.n.r.:Barry McCarthy, Karen Boone, Chris Bruzzo und Jay Hoag.Foto: Peloton

Demnach ist Peloton-CEO, President und Vorstandsmitglied Barry McCarthy mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Allerdings wird er bis Ende des Jahres als strategischer Berater weiter tätig sein.
Seine Aufgaben werden derzeit interimistisch von den Vorstandsmitglieder Karen Boone und Chris Bruzzo übernommen. Unterstützt werden die Interim-CEOs von Peloton-Direktor Jay Hoag. Der wurde nach dem Abschied von McCarthy auch zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt. Der Peloton-Vorstand hat bereits einen umfassenden Suchprozess für einen CEO-Nachfolger eingeleitet.
Die Suche wird nicht einfach sein. Schließlich hatte sich der Anbieter mit seinen Indoor-Produkten und -Aktivitäten in der Coronazeit in Höhen bewegt, die in der Post-Corona-Zeit nicht mehr zu erreichen sein werden. Seitdem befindet sich der Anbieter auf umfassenden Restrukturierungs-Pfaden (und schrammte dabei auch schon hier und dort an einer Insolvenz vorbei).
Somit stehen auch im gleich nach dem Führungswechsel bekannt gegebenen Peloton-Geschäftsbericht des dritten Verkaufsquartals 2023/2024 weitere Kostensenkungs-Maßnahmen im Vordergrund. Mit ihnen will man sich in die Lage versetzen, endlich wieder einmal einen positiven freien Cashflow zu erzielen.
Das dritte Geschäftsquartal
Peloton hat in seinem von 01-03/2024 laufenden dritten Verkaufsquartal 2023/2024 einen Umsatz von 717,7 Millionen USD (668,01 Millionen Euro) eingefahren. Verglichen mit 01-03/2023 ist das ein einstelliger Rückgang von 4,2 Prozent. Laut Peloton entspricht dieses Ergebnis der Vorab-Prognose eines dritten Quartalsumsatzes in Höhe von 700 bis 725 Millionen USD (651,53 bis 674,80 Millionen Euro) .
Der erzielte Quartalsumsatz teilt sich auf die zwei vom Anbieter bespielten Geschäftsfelder wie folgt auf:

– Connected Fitness Products: 279,9 Millionen USD (260,50 Millionen Euro, minus 13,6 Prozent)
-Subscription: 437,8 Millionen USD (407,46 Millionen Euro, plus 3,1 Prozent)

Damit belief sich der Bruttogewinn auf 309,7 Millionen USD (288,26 Millionen Euro). Verglichen mit 01-03/2023 ist das ein gutes Plus von 14,6 Prozent. Ohne die Auswirkung einer einmaligen Abschreibung in Höhe von 9,1 Millionen USD (8,47 Millionen Euro) wäre das Ergebnis noch besser ausgefallen.
Letztendlich weist Peloton einen Nettoverlust in Höhe von 167,3 Millionen USD (155,72 Millionen Euro) aus. Zum Vergleich: im dritten Quartal des vorherigen Geschäftsjahres war es noch ein Nettoverlust von 275,9 Millionen USD (256,78 Millionen Euro).
Ausblick
Für das gesamte Geschäftsjahr 2023/20ß24 haben die US-Amerikaner ihre Prognose noch einmal um 25 Millionen USD (23,27 Millionen Euro) bzw. 1 Prozent auf 2,687 Milliarden USD (2,504 Milliarden Euro) nach unten revidiert. »Mit einer Kostenstruktur, die besser auf die aktuelle Größe unseres Unternehmens abgestimmt ist, und einem klaren Weg zu einem nachhaltig positiven Free Cash Flow verfügen wir nun über eine solide Grundlage, auf der wir aufbauen können, um langfristiges, profitables Wachstum und Shareholder-Value zu erzielen«, heißt es letztendlich im Peloton-Geschäftsberichts des dritten Verkaufsquartals 2023/2024.

Text: Jo Beckendorff

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