Bulls Bikes USA auf der Interbike: Alles »e«

09.10.2018
Bulls Bikes USA Commercial Manager Fernando Endara.

Das gute E-Bike-Geschäft hat Bulls Bikes USA umdenken lassen: Bisher hatte das 2015 loslegende U.S.-Unternehmen auf ein D2C-Vertriebssystem gesetzt. Künftig will man aber gezielt mit dem Fahrrad-Fachhandel zusammen arbeiten.

O-Ton Bulls Bikes USA Commercial Manager Fernando Endara: »Auf unserer neuen Webseite können Konsumenten zwar weiterhin Ihr Fahrrad bestellen. Wir liefern es aber nicht mehr direkt zu ihm, sondern zu seinem nächst gelegenen Fachhändler.«
Hintergrund: Seit 2016 verkauft Bulls Bikes USA auch E-Bikes. Und zwar so gut, dass man auf dem diesjährigen Interbike-Stand ausschließlich E-Bikes präsentierte. Zu den circa 35 ausgestellten E-Modellen gesellten sich übrigens auch erstmals zwei E-Modelle der Bulls-Schwestermarke Pegasus, die wie Bulls auch zum Portfolio des deutschen Fahrrad-Einkaufsverbandes ZEG gehört. Während Bulls Bikes in den USA ausschließlich sportliche E-Modelle anbietet, geht man dort mit Pegasus nun auch erstmals Richtung E-Trekking/Urban. Auch hier will man die Gunst der Stunde nutzen: »e« scheint endlich auch in Nordamerika zu zünden.
Laut Fernando Endara sei der derzeitige Markt sehr vom Wettbewerb geprägt. Denn sowohl D2C als auch B2B zu verkaufen mache keinen Sinn. Hinzu komme, dass die aufstrebenden U.S.-Fachhändler, die ausschließlich auf «e« setzen, nichts mit Marken zu tun haben wollen, die ein eigenes D2C Online-Geschäft betreiben. Nicht zu vergessen, dass ein E-Bike einfach mehr Service als ein konventionelles Fahrrad braucht.
Das sieht auch das Team von Bulls Bikes um Endara so. Zumal sie derzeit E-Bikes mit drei Antriebs-Anbietern (Bosch, Brose, Shimano) lenken. Ein vierter (Fazua) war auch schon am Stand in Reno zu sehen. Das Bulls E-Rennrad mit Fazua-Antrieb war für die U.S.-Fachsucher eines der Highlights dieser Messe.
Die ausschließliche E-Bike-Show von Bulls Bikes auf der Interbike in Reno war derart imposant, dass sie bei Commercial Manager Fernando Endara schon erste Kopfschmerzen bereitete: »Wir sind derzeit so erfolgreich mit E-Bikes, dass unsere konventionellen Räder dabei fast untergehen. Wir müssen aufpassen, dass uns die Leute nicht irgendwann nur noch als E-Bike-Marke wahrnehmen.«
www.bullsbikesusa.com

Text/Fotos: Jo Beckendorff

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