Eurobike-Branchengespräch: Wetter und Währung

28.08.2012
Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV)

Beim Branchengespräch am Vortag der Eurobike lieferten Vertreter der Zweiradindustrie und des -handels ihre Zahlen und Einschätzungen zur Situation des Fahrradmarktes in Deutschland 2011/2012 ab. Auf dem Podium waren Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV), Thomas Kunz, Geschäftsführer beim Verband des Deutschen Zweiradhandels e.V., Bernhard Lange, Geschäftsführender Gesellschafter der Paul Lange & Co. OHG und Reto Aeschbacher, Marketingchef der Firma Scott Sports S.A. aus der Schweiz. Schlechte Witterungsbedingungen im Frühling sind nach Meinung des ZIV für den Rückgang von 2,1 Prozent der Inlandsanlieferung verantwortlich. Zwischen Januar und Juni 2012 wurden knapp 2,93 Millionen Fahrräder und E-Bikes an den Handel in Deutschland ausgeliefert. Der Absatz ging Schätzungen zufolge um 3 bis 5 Prozent zurück. Nichtsdestotrotz macht das Sommerwetter in den Monaten Juli und August und auch das in Deutschland noch immer gute Konsumklima Hoffnung auf einen positiven Verlauf für den Rest des Jahres.708.00 Fahrräder „Made in Germany“ wurden im ersten Halbjahr 2012 exportiert (6 Prozent plus), hauptsächlich in die Niederlande, Frankreich, Österreich und Polen. Für das Jahr 2011 gab Thomas Kunz vom VDZ für den Fahrradfachhandel die Zahlen an. Insgesamt setzte die Unternehmen 3,45 Milliarden Euro um. Der Marktanteil des Fachhandels lag dabei mengenmäßig bei 70 Prozent, das entspricht einem Umsatzanteil von 78 Prozent. Im Gegensatz zu den vom Statistischen Bundesamt errechneten Umsatzzuwächsen von 6,4 Prozent, kommt der VDZ - gestützt auf Informationen aus dem Fachhandel - auf einen durchschnittlichen Zuwachs von 8 Prozent. Bei den Fahrradumsätzen stieg der Marktanteil des Fachhandels auf 78 Prozent. Aufgrund der gestiegenen E-Bike-Verkäufe, ging auch der durchschnittliche Wert des verkauften Fahrrads auf 500 Euro nach oben.Wie Kunz betonte, konnten vor allem die größeren Fachgeschäfte vom E-Bike-Trend profitieren. Kleinere Unternehmen machten eher weniger Umsatz. Sie haben Probleme mit dem vergleichsweise hohen Kapitaleinsatz und den benötigten größeren Verkaufsflächen.Bernhard Lange schätzte die Preiserhöhungen der Fahrradhersteller für 2013 auf fünf Prozent ein, bedingt durch Kostensteigerungen und Währungsschwankungen. International ist die von ihm vertretene Firma Shimano derzeit besonders erfolgreich, vor allem im amerikanischen und asiatischen Markt. Detaillierte Informationen aus dem Wirtschaftsgespräch der Eurobike gibt es in der Oktober-Ausgabe der RadMarkt. 

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