GDV: Mehr Versicherungsbetrug mit hochwertigen Fahrrädern

22.08.2019
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Von wegen Drahtesel: heute kurven zunehmend top ausgestattete Prestige-Fahrräder über die Straßen. Dieser »grüne Trend« hat allerdings auch seine Schattenseiten: Die Versicherungswirtschaft berichtet vor allem bei Fahrrädern mit hochwertigen Karbonrahmen sowie E-Bikes von mehr Versicherungsbetrügereien.

Der beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für Kriminalitätsbekämpfung verantwortliche Peter Holmstoel erklärt, dass Fahrräder sich zu Lifestyle-Produkten entwickelt haben, die oft sehr hochwertig ausgestattet sind: » Solche Modelle nutzen vermehrt auch Betrüger, um bei Versicherungen Geld zu erschwindeln.«
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Vorjahr deutschlandweit rund 292.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Nach Schätzungen der Versicherer ist knapp jede zehnte Anzeige dubios: Das macht annähernd 30.000 fingierte Diebstähle - wobei häufig hochpreisige Räder als gestohlen gemeldet werden. »Typischerweise bewegen sich die Verdachtsfälle bei Modellen oberhalb von 2.500 Euro“, weiß GDV-Experte Holmstoel zu berichten.
Eine üble Masche ist zum Bespiel auch der Betrug mit Fahrrad-Komponenten: Dabei besorgen sich die Täter über das Web günstig beschädigte oder gebrauchte Einzelteile namhafter Hersteller, die sie anschließend zu einem Ganzen verschrauben. Das Foto für die Schadensmeldung zeigt dann ein scheinbar intaktes Bike aus hochwertigen Teilen. „Ein für vielleicht 500 Euro zusammengeklaubtes Fahrrad wird dem Versicherer als High-End-Produkt für 5.000 Euro ausgewiesen«, berichtet Holmstoel. Zusätzlich sollen Aussagen von Freunden die Existenz des Fahrrads bestätigen.
Ein weiteres Phänomen ist die Zunahme gestohlener E-Bikes. Für den Betrugsspezialisten Holmstoel ist das kein Zufall. Er sieht den Trend im zeitlichen Zusammenhang mit der Einführung der Produkte: »Viele Akkus der ersten E-Bikes haben ihre maximale Lebensdauer erreicht. Preise von mehreren 100 Euro für einen Ersatzakku verleiten in manchen Fällen dazu, das Fahrrad als gestohlen zu melden.« Mit der Entschädigung des Versicherers soll anschließend ein neuer Akku gekauft werden.
Versicherungsbetrug beschränkt sich übrigens nicht nur auf Fahrräder. Der jährliche Schaden liegt in der Schaden- Unfallversicherung bei schätzungsweise 5 Milliarden Euro, berichtet der GDV.

- Jo Beckendorff/GDV

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