Italien: Selle Royal Group strebt an die Mailänder Börse

24.01.2022
Selle Royal Group Brand Logos.

Die RadMarkt-Fahrrad-Börse 2021 belegt, dass die Branche noch nie so attraktiv für die Börse und die dahinterstehenden Investoren war wie in diesen unseren Zeiten. Nun scheint ein weiteres Fahrrad-Schwergewicht aufs Börsenparkett zu schielen. Laut diversen Medienberichten in Italien hat der heimische Fahrradsattel- und -Komponenten-Hersteller Selle Royal S.p.A. (alias Selle Royal Group) jetzt bekannt gegeben, an die Mailänder Börse zu streben.

Laut der internationalen Nachrichtenagentur Reuters soll die Holding der hinter Selle Royale Group stehenden Familie Bigolin auch nach dem Börsengang die Kontrolle über das Unternehmen, zu dem neben den Eigenmarken Selle Royal und Fizik auch die Marken Brooks in England, Crankbrothers in den USA und Pedaled in Japan gehören, behalten.
Im Mai 2021 war bereits die heimische Risikokapital- und Private Equity-Fondsgesellschaft Wise Equity SGR S.p.A. in die Selle Royal Group eingestiegen. Seitdem hält der Investor mit seinem Wisequity V Fund einen Anteil von 33 Prozent an dem Fahrradkomponenten-Anbieter in seinen Händen. Unter dem Dach von Wisequity V Fund ist übrigens auch Reifenhersteller Vittoria Group zu Hause.
Der restliche (Mehrheits-)Anteil befindet sich derzeit in Händen der Bigolin-Holding Dec. 28 1928 Holding S.p.A. Die gehört zu Selle Royal Group-CEO Barbara Bigolin (Tochter des 2014 verstorbenen Firmengründers Riccardo Bigolin) und ihren beiden Schwestern Francesca und Lucia Bigolin.
Als Finanzberater haben sich die Selle Royal Group-Inhaber Landsmann Capital For Progress Advisory S.R.L. an Bord geholt. Die italienische Investment-Bank Equita SIM S.p.A. und die internationale Investment-Bank UBS Europe SE werden als gemeinsame globale Koordinatoren für den Börsengang fungieren.
Laut Reuters wird das Angebot aus neuen und bestehenden Aktien bestehen, die von beiden Anteilseignern verkauft werden. Ein genauer Zeitpunkt des geplanten Börsengangs und seines Umfangs wurde bis dato allerdings nicht genannt.
Nur so viel: die Gruppe schielt bei ihrem geplanten IPO auf das Euronext Star-Segment der Mailänder Börse. Dieses richtet sich an kleinere und mittlere Unternehmen. Zudem erfordert es einen Streubesitz von mindestens 35 Prozent sowie eine Festlegung auf strengere Vorschriften für Unternehmensführung und Liquidität.
Letztendlich der Hinweis, dass Selle Royal Group in ihrem am 30. Juni endenden Geschäftsjahr 2020/21 einen Umsatz von 205 Millionen Euro eingefahren haben soll. Dabei erzielte die weiterhin von der Gründerfamilie Bigolin kontrollierte Gruppe einen Kerngewinn von 36,4 Millionen Euro.

Text: Jo Beckendorff

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