MIPS 01-06/2020: erste Verkaufsquartal top, zweites flop

24.07.2020
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Wie viele andere auch wurde MIPS AB – Macher der von mehreren Fahrradhelm-Anbietern eingesetzten Sicherheitstechnologie »Brain Protection System« (BPS) – nach einem guten Start ins Jahr 2020 im zweiten Jahresquartal von der Corona-Pandemie zweistellig ausgebremst. Dennoch schauen die Schweden positiv in die Zukunft: Für die kommenden Geschäftsquartale erwartet man eine starke Entwicklung, mit deren Hilfe die langfristigen Ziele auch nach wie vor erreicht werden sollen.

Gleich zu Beginn des zweiten Verkaufsquartals zogen laut MIPS viele Kunden aufgrund des Corona-bedingten Lock-down die Notbremse. Die Situation verbesserte sich allerdings wieder im Juni.
In Zahlen: Die vorläufigen Nettoverkäufe des zweiten Verkaufsquartals 2020 lagen mit 66 Millionen SEK 20 Prozent unter dem des vergleichbaren Vorjahres-Zeitraums. Sas Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 20 Millionen SEK (minus 46 Prozent).
Der Rückgang des Nettoumsatzes sei allerdings hauptsächlich auf eine schwache Nachfrage im Bereich Schnee- und Motorrad-Helme zurückzuführen. Fahrrad-Helme liefen gut durch – weil »das Radfahren im Gefolge der Covid-19-Pandemie sowohl für den Berufsverkehr als auch für Freizeitzwecke weltweit deutlich zugenommen hat«.
Gute erste Quartalsverkäufe gleichen zweite Quartalsverluste fast aus
Oben genannte Zahlen führten zu einem vorläufigen Halbjahres-Nettoumsatz von 122 Millionen SEK (minus 5 Prozent) und einem vorläufigen EBIT von 36 Millionen SEK (minus 26,5 Prozent, währungsbereinigt 37 Millionen SEK = minus 26 Prozent). Diese Zahlen belegen, wie gut das erste Jahresquartal für MIPS gelaufen ist: Das erzielte Januar bis März-Ergebnis konnte die Corona-bedingten Verluste im Zeitraum April bis Juni fast komplett auffangen.
Fahrrad-Helme weiter auf Wachstums-Pfaden
MIPS-Präsident und -CEO Max Strandwitz verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass man in den vergangenen Jahren im zweiten Verkaufsquartal viele Geschäfte mit Helmkunden aus dem Wintersport gemacht habe: »Dies war in diesem Jahr nicht der Fall. Unsere Verkäufe an Schnee-Helmmarken gingen im Laufe des Quartals erheblich zurück, hauptsächlich aufgrund der Unsicherheit in der Branche nach dem abrupten Ende der Wintersaison 2019/2020.« Eine ähnliche Entwicklung sei auch in der Moto-Kategorie zu beobachten gewesen. Dort bestellten die Kunden gleich zu Beginn des Quartals sehr zurückhaltend.
Ganz anders habe das Geschäft mit der Fahrradhelm-Anbietern gelaufen: »Obwohl die meisten Läden, die mit MIPS-Lösungen ausgestattete Produkte verkaufen, während eines großen Teils des Quartals geschlossen waren, konnten wir in der Unterkategorie Fahrradhelme ein Wachstum verzeichnen. Das Wachstum wurde hauptsächlich von unseren bestehenden Kunden vorangetrieben, die ihr Modellprogramm weiterhin mit mehr Helmen erweitern, die mit MIPS-BPS ausgestattet sind.«
Der Anstieg der allgemeinen Nachfrage in der Fahrradbranche habe sich jedoch nicht in vollem Umfang auf die Verkäufe während des Quartals ausgewirkt - »da ein Großteil aller Fahrradhelme im dritten und vierten Quartal hergestellt wird.
Auch interessant: zu Beginn des zweiten Verkaufsquartals habe es vor allem eine erhöhte Nachfrage nach günstigeren Fahrrad-Helmen gegeben - »wahrscheinlich aufgrund der Anzahl neuer Radfahrer, die angesichts der Zurückhaltung und Einschränkungen bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel mit dem Radfahren begannen«. Im Juni habe man dann bemerkt, dass die Nachfrage nach Fahrrad-Helmen in den meisten Preispunkten gestiegen ist: »Wir sind überzeugt, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzen wird.«
Ausblick
Trotzdem sei es momentan schwierig, einen vollständigen Überblick über alle Auswirkungen zu bekommen, die die Covid-19-Pandemie mit sich bringt - »insbesondere, wenn es um die künftigen Auswirkungen auf unsere Operationen geht«. Strandwitz fasst die derzeitige Sicht der Lage seines Unternehmens wie folgt zusammen:
- Helmkategorie Sport: starke Nachfrage bei Fahrradhelmen, aber Wintersport-Helme sind eine Herausforderung
- Helmkategorie Moto: schwache Verkäufe aufgrund von Covid-19. Viele dieser Kunden agierten aufgrund der Unsicherheit auf dem Markt vorsichtig: »Wir sind der Ansicht, dass diese Effekte vorübergehender Natur sind und dass wir in den kommenden Quartalen eine Erholung der Volumina erleben werden.«
- Helmkategorie Sicherheit: hier führt MIPS laut eigenen Angaben gegenwärtig vielversprechende Gespräche. Bereits 2016 habe man damit begonnen, Lösungen für die LEAF (Law Enforcement Armed Forces) anzubieten. Im Laufe des letzten Quartals habe man zum ersten Mal Lösungen für Helme sowohl für das schwedische Such- und Rettungsteam (SAR) als auch für militärische Einheiten (letztere bestehend aus einem Musterauftrag) liefern können: »Trotz der Tatsache, dass die Vorlaufzeiten innerhalb der LEAF oft lang sind, sehen wir das Interesse für diese Art von Helmen als ein positives Zeichen.«
Strandwitz-Fazit: »Die positive Entwicklung bei den Fahrrad-Helmen und die anhaltenden Fortschritte in der Kategorie Moto zusammen mit vielversprechenden Diskussionen in der Kategorie Sicherheit stimmen mich nach einem sehr herausfordernden zweiten Quartal optimistisch für den Rest des Jahres.«

Text: Jo Beckendorff, Foto: MIPS

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