Trotz Erfolg: Luksch bei Mystromer raus

22.06.2022
Jakob Luksch.

Der S-Pedelec-Spezialist Mystromer teilt mit, dass CEO Jakob Luksch das Unternehmen verlässt und eine neuen Managementstruktur etabliert wird. Nachdem die Marke in den letzten vier Jahren erfolgreich saniert werden konnte, wirft der Abgang Fragen auf.

Anfangs April erst gab Mystromer die Akquisition der spanischen Designmarke Desiknio bekannt, die mit ihren leichten 25-km/h-Modellen als plausible Ergänzung erscheint.
Mit Lukschs Ausscheiden am 1. August soll die Leitung von Mystromer den bisherigen Verkaufschef Tomi Viiala (1. Bild unten) und den bisherigen Finanzchef Karl Ludwig Kley (2. Bild unten) sowie ein Management Board umfassen, bestehend aus Geschäftsleitung, Desiknio-CEO Joaquin Cortes und den Bereichsleitern des Unternehmens. Die neue (aber eventuell nur vorübergehend gültige) Managementstruktur soll es ermöglichen, „die Verantwortlichkeiten in der Organisation besser zu verteilen, Entscheide zu beschleunigen und die Beteiligung aller Stromer-MitarbeiterInnen zu erhöhen“.
Luksch hat in den letzten viereinhalb Jahren den Turnaround geschafft und Stromer zu einer profitablen Marke gemacht. Entscheidend für den Erfolg waren gemäß Mitteilung die Fokussierung auf 45 km/h, die Verlagerung der Montage aus Taiwan in die Schweiz sowie der Ausbau des europäischen Marktes. Für den Abgang werden keiner Gründe angeführt; auf Nachfrage lässt Mystromer nur verlauten, „dass wir uns im Rahmen der Wachstumsstrategie einvernehmlich dazu entschieden haben, die Unternehmensleitung neu aufzustellen“. Wie weit es mit dieser Einvernehmlichkeit her ist, bleibt dahingestellt. 
Aus dem Firmenumfeld wird Luksch attestiert, dass er mit seinem Knowhow aus der deutschen Automobilindustrie die Produktionsabläufe markant verbessert habe. War er etwas zu sehr prozessgetrieben und etwas zu wenig kundenorientiert, wie man hört, und wünschte der neue Eigner, dass in Marketing und Verkauf ein paar Gänge hochgeschaltet werden? Jedenfalls könnte man zwischen den Zeilen herauslesen, dass die neuen französischen Mehrheitsbesitzer in naher Zukunft mehr Innovation und Wachstum anstreben und das Portfolio weiter entwickeln wollen. So soll dank großer Unterstützung des Eigentümers Naxicap weiter investiert werden.
Das Unternehmen macht keine Angaben zu möglicherweise veränderten Besitzverhältnissen: Bisher gab es ja vier Geschäftsleitungsmitglieder, die Minderheitsaktionäre waren.

Text: Peter Hummel, Fotos: zVg

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