Shimano 2018: Geschäft rollt spurstabil - positiver Ausblick 2019

13.02.2019
Shimano.

Fahrradkomponenten-Marktführer Shimano Inc. hat das Geschäftsjahr 2018 mit einem Umsatzplus von 3,6 Prozent abgeschlossen. Somit lag der letztjährige Gesamtumsatz bei 348,04 Milliarden Yen (2,79 Milliarden Euro). Was aber noch mehr erfreut: der operative Gewinn konnte gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent auf 65,69 Milliarden Yen (526,74 Millionen Euro) zulegen. Kurzer Rückblick: 2017 hatte er gegenüber 2016 ein leichtes Minus von 0,3 Prozent eingefahren.

Oben genannter Gesamtumsatz und operative Gewinn verteilt sich auf die drei von den Japanern ausgewiesenen Geschäftsfelder wie folgt:

Fahrradkomponenten: 277,24 Milliarden Yen/57,25 Milliarden Yen (= 2,22 Milliarden Euro/459,09 Millionen Euro)
Angelausrüstung: 70,44 Milliarden Yen/8,54 Milliarden Yen  (= 564,90 Millionen Euro/ 68,49 Millionen Euro)
Sonstiges: 355 Millionen Yen/minus 107 Millionen Yen (= 2,89 Millionen Euro/minus 0,86 Millionen Euro)

Geschäftsfeld Fahrrad-Komponenten
Mit Blick auf das Segment Fahrradkomponenten, das gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus von 2,6 Prozent und beim Gewinn ein leichtes Minus von 0,3 Prozent schlucken musste, verweist Shimano in seiner 2018er-Bilanz auf robuste Komplettrad – vor allem sportive E-Bike-Verkäufe und den Jahrhundertsommer, der geradezu zum Radeln einlud. Somit seien auch die Warenlager der Vertriebspartner relativ leer.
In Nordamerika lag der Komplettrad-Absatz hingegen unter Vorjahresniveau. Dafür habe aber eine Verlagerung Richtung High-End-Modelle dazu geführt, den Absatz im Einzelhandel auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Die Warenbestände der Vertriebspartner seinen wiederum auf »angemessenem Niveau«.
Im einst als Fahrrad-Zukunftsmarkt gehandelten China lagen die Einzelhandelsumsätze von Kompletträdern ebenfalls unter dem Vorjahr. Dafür aber lägen die Lagerbestände der Händler »in einer angemessenen Spanne«.
Was die sogenannten Schwellenländer-Märkte betrifft, sei die Dynamik in Südostasien »insgesamt schwach«. Und das obwohl der Einzelhandel in Indonesien beim Komplettrad-Verkauf Anzeichen einer allmählichen Erholung zeigte.
Mit Blick auf Südamerika erreichte der brasilianische Markt im Rahmen eines abgeschwächten Konsums seinen Tiefpunkt. Und der Fahrradmarkt Argentinien stagnierte weiterhin aufgrund der Auswirkungen der Währungsabwertung. Die Lagerbestände der Vertriebspartner blieben indes mit Ausnahme des argentinischen Marktes auf einem angemessenen Niveau.
In der Heimat Japan dümpelten indes sowohl Sport- als auch Mobilitätsrad-Verkäufe weiter vor sich hin. Shimano führt das unter anderem »auf ungünstige Witterungsbedingungen, die mit den Kältewellen zu Jahresbeginn begannen, sowie auf Naturkatastrophen zurück«. Einziger Lichtblick: die Einzelhandelsumsätze mit E-Bikes – und hier vor allem sportive E-Bikes - nahmen weiterhin zu. Was für die Zukunft hoffen lässt: das sportliche E-Bike habe erstmals Aufmerksamkeit erfahren. Was die Lagerbestände der Vertriebspartner betrifft, liegen die laut Shimano »innerhalb einer angemessenen Bandbreite auf leicht hohem Niveau«.
Unter diesen internationalen Marktbedingungen wurden die neue Rennrad-Komponentenrruppe 105 sowie die neuen E-Bike-Antriebe und -Komponenten von Shimano Steps E7000/E6100 für sportive Pedelecs gut im Markt aufgenommen.

Angelausrüstung und Sonstiges
Letztendlich noch ein kurzer Blick auf die zwei weiteren Shimano- Geschäftsfelder: Der oben genannte Angelausrüstungs-Gesamtumsatz konnte gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent zulegen – was auch zu einem zweistelligen Gewinnsprung von 21,8 Prozent führte. Das Geschäftsfeld Sonstiges (ruderbezogene Ausrüstung, Teile für die Automobil-Industrie etc.) musste hingegen gegenüber dem Vorjahr 2017 ein Umsatzminus von 4,7 Prozent hinnehmen – was auch zu einem 48,6 Prozent höheren und oben genannten operativen Verlust führte.

Ausblick
Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2019 ist Shimano zwar vorsichtig aber auch optimistisch mit seinen Prognosen (vor allem mit seinem Geschäftsfeld Fahrradkomponenten, siehe Zahlen weiter unten). Dabei verweisen die Japaner zum einem auch auf das drohende Abflauen der europäischen Wirtschaft, »wenn Unsicherheiten wie die Turbulenzen bei den Brexit-Verhandlungen« nicht zum Guten geführt werden können. Das würde auch dort derzeit boomende E-Bike-Verkaufsregionen treffen. In den USA würde zwar ein kräftiger privater Konsum die Wirtschaft ankurbeln. Es wird aber auch befürchtet, dass sich das Wachstumstempo mit dem Auslaufen der Steuersenkungen verlangsamt. In Japan dürfte sich der private Konsum hingegen aufgrund eines guten Beschäftigungsumfelds gut behaupten. Dadurch erhoffen sich die Japaner auch eine moderate Konjunkturerholung. Einziger Knackpunkt: »Die Erhöhung der Verbrauchssteuer könnte einen Schatten auf die Konsumentenstimmung werfen.«
Darüber hinaus gibt es weltweit generelle Bedenken »hinsichtlich der Auswirkungen der Handelsfragen zwischen den USA und China auf die Wirtschaft«. O-Ton Shimano: »Unter diesen Umständen ist der Shimano-Konzern bestrebt, die wirtschaftliche Entwicklung in Japan und Übersee genau zu beobachten und die Effizienz des Managements weiter zu steigern. Wir werden die Schaffung einer neuen Fahrrad- und Fischereikultur fortsetzen.«
Somit gibt der Marktführer in Sachen Fahrradkomponenten folgende Zahlenprognose für das Geschäftsjahr 2019 ab:
Gesamtumsatz: 365 Milliarden Yen (Anmerkung des RadMarkts: entspräche einem Umsatzplus von 4,9 Prozent)
aufgeteilt in:
Fahrrad-Komponenten 293 Milliarden Yen (2,35 Milliarden Euro - wäre ein Plus von 5,7 Prozent),
Angelausrüstung 71,5 Milliarden Yen (573,39 Millionen Euro - wäre ein Plus von 1.5 Prozent) sowie
Sonstiges 500 Millionen Yen (4,01 Millionen Euro - wäre ein Plus von 38,9 Prozent).
Operativer Gewinn: 73 Milliarden Yen (585,27 Millionen Euro -entspräche einem Minus 0,8 Prozent).

Text: Jo Beckendorff, Abb.: Shimano

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