Thok E-Bikes schaltet sich in aktuelle Produktzyklus-Diskussion ein

22.07.2020
Thok E-Bikes Atmoshot.

Der zur italienischen TCN Group gehörende E-Bike-Nischenanbieter Thok E-Bikes nutzt die Gunst der Stunde, sich im Rahmen der aktuellen und durch Corona befeuerten Diskussion um Produktzyklen auf sich aufmerksam zu machen. Schon seit seinem Markteintritt im Jahr 2017 habe man sich ganz bewusst gegen die Strategie des Modelljahrs ausgesprochen. Nachdem sich die CSG-Premiummarken Cannondale und GT gerade zu diesem Thema äußerten, meldet sich nun auch Thok E-Bikes zu Wort.

Anstoß ist die öffentliche Bekanntgabe der zwei genannten namhaften US-Fahrradmarken, ihre gegenwärtige Strategie ändern zu wollen und ihre Produktreihen nicht mehr mit der branchenüblichen Regelmäßigkeit zu erneuern. Heißt auch, dass ausgerechnet zwei jener Marken, die den Rhythmuswechsel in der Vergangenheit immer wieder beschleunigten und nach vorne rückten, jetzt die Bremse ziehen. Nun wollen sie ihren Fachhandelspartnern genügend Zeit geben, die aktuellen Modelle zu verkaufen – und dann erst zum Jahreswechsel die neuen Modelle präsentieren. Dass es dabei künftig auch einige Durchläufer geben wird, ist ebenfalls neu (und sicherlich durch Corona beschleunigt).
Der von den beiden CSG-Marken bekannt gegebene Entschluss, wieder zu den alten Rhythmen zurückzukehren und neue Modelle erst zum Jahresende und nicht mitten in der Hochsaison zu präsentieren, hat diese Diskussion jetzt zusätzlich belebt.  
Dazu Thok: »Der Begriff Modelljahr bezeichnet den geplanten jährlichen Modellwechsel einer Marke. Bei den meisten Herstellern  sowohl traditioneller Räder als auch von E-Bikes ist es zum Usus geworden, im Juni - also inmitten der Hochsaison - neue Produktreihen, neue Modelle, neue Farben oder geänderte Konfigurierungen auf den Markt zu bringen - mit dem Nebeneffekt, dass die aktuellen Modelle vorzeitig ‚altern‘.«
In diesem Zusammenhang verweisen die Italiener darauf, dass die Modelljahre nicht immer tatsächliche, aus technischen Gründen erkennbare Änderungen an den Bike-Modellen bedeuten würden. Sehr oft bestehe die Neuerung am »neuen« Modell beispielsweise nur aus einer geänderten Farbgebung - was aber trotzdem zur Folge habe, dass ein vielleicht nur wenige Monate zuvor neu erschienenes Fahrradmodell dadurch als ‚veraltet‘ gelte - ein Vorgehen, das laut Thok nicht sehr rücksichtsvoll gegenüber dem Käufer und seiner Investition sei.
Bei Thok würde erneuert »wenn es erforderlich ist, daraus eine tatsächliche technologische Bereicherung des Marktes entsteht und die neuen Lösungen einen effektiven Mehrwert bedeuten«. Da würde man sich nicht von gängigen Schemata der Branche beeinflussen lassen. 
»Wenn ein Bike gut funktioniert und keine bahnbrechenden technischen Innovationen auf den Markt gekommen sind, die eine Änderung rechtfertigen, gibt es keinen Grund, das Bike zu ändern. Zudem ist es ethisch nicht korrekt, ein Bike-Modell als die Neuheit des Jahres zu präsentieren und zu verkaufen, wenn es sich eigentlich dabei in technischer Hinsicht um dasselbe Modell mit nur kleinen und irrelevanten Änderungen handelt, welches aber dadurch vorsätzlich und vorzeitig um ein Jahr älter gemacht wird«, heißt es aus der Thok-Zentrale in Alba (Region Piemont).
»Keine Modelljahre« bedeute auch, dass die Bikes nicht frühzeitig an Wert verlieren. Zudem würden sie langsamer altern. Last but not least wirbt Thok schlau mit folgendem Statement: »Fairness und Rücksicht gegenüber den Kunden und den Händlern, die in die Marke Thok investieren, sind für Thok ein unantastbarer Grundsatz«.

Text Jo Beckendorff, Fotos: Thok E-Bikes

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