Specialized Switzerland im Overdrive
Nachdem Specialized den Schweizer Markt fast 30 Jahre lang von Holland und später Deutschland betreut hatte, schien die Zeit gekommen, diesen lukrativen Markt vor Ort zu bearbeiten.
Michael Zubler, Head of Marketing Swiss Market (l.), und Matthias Klopfenstein, Market Leader Switzerland.Foto: Peter Hummel

Specialized hat die Schweiz seit den Neunziger Jahren vom Europa-Sitz in Holland und später von der DACH-Zentrale in Holzkirchen betreut. Noch im Frühling 2018 wurde dort mit Michael Richter ein „Market Leader Germanic Markets“ berufen. Doch CEO Mike Sinyard selber war inzwischen klar geworden, dass es nur mit einer eigenen Landesorganisation möglich ist, das brachliegende Potenzial, das im kaufkräftigen Schweizer Markt noch schlummert, abzuholen. Ab Juli 2021 nimmt die neue Specialized Switzerland die selbständige Marktbearbeitung in der Schweiz auf; Matthias Klopfenstein wird als Market Leader Switzerland ernannt. Mit Gründung der Specialized Switzerland Retail GmbH am 23. Juni 2022 zeigt die US-Marke, dass sie es ernst meint mit dem Schweizer Markt: Innert zweier Monate kommen mit der Übernahme von The Factory Bike Shop in Fribourg und von Filialist Ciclissimo (mit zehn Läden in der Westschweiz und einem in Basel) gleich ein Dutzend Bikeshops unter das Dach von Specialized. Ist das nun die „neue Pace, wie S works“ hierzulande?
„2022 war vor allem ein Aufbaujahr für Marketing, Sales und Market Service“, erklärt Michael Zubler, der Schweizer Marketingverantwortliche. „2023 soll die aktive Marktbearbeitung durch Events, Social Media, Online Marketing, Schulungen, Partnerschaften, Sponsoring und eine Stärkung der Rider Community intensiviert werden.“ Zubler schliesst auch eine weitere Expansion nicht aus. Entgegen den in der Branche kursierenden Befürchtungen werde aber mit der Gründung der Retail GmbH keineswegs eine forcierte Übernahmestrategie verfolgt.
Im Frühling eröffnet Specialized einen ersten eigenen Flagship-Store in Zürich-Altstetten – der aber entgegen gewissen Unkenrufen keineswegs ein Monobrandstore sein soll. „Gerade um die nötige Rentabilität zu erzielen, glauben wird, dass es hier – wie auch in den übernommenen Geschäften – ein gewisses komplementäres Angebot braucht“, so Zubler. Da mag auch mitspielen, dass es bisher im Schweizer Markt keine dominierende Marke gibt, die auf einen Marktanteil von über 10 Prozent komme.
Mehr Details in einer der kommenden RadMarkt-Ausgaben.

Text: Peter Hummel

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